Best Practices Studie zu energieeffizientem Wohnbau
Ende November fand in Wien die UNECE Konferenz zur Diskussion eines Aktionsplans für energieeffizienten Wohnbau statt. Für die Konferenz wurde vom Best Practices Hub - Wien eine Studie vorbereitet, die Programme vorstellt, die als Best Practices von UN-HABITAT ausgezeichnet wurden.
Diese Studie wurde im Auftrag der MA 50 von TINA VIENNA produziert und ist sowohl als Broschüre als auch im Internet unter www.bestpractices.at erhältlich.
Anhand von 25 ausgesuchten Best Practices Modellen, die bereits in den verschiedenen Städten umgesetzt werden, versucht die Studie Akteursgruppen zu identifizieren, beispielhafte Gesetzgebung zu analysieren und ganz allgemein Modelle aufzuzeigen, wie sowohl für die Gesamtstadt, als auch im Neubaubereich Verbesserungen in der Klimabilanz des Wohnbaus erzielt werden können.
Dieser Überblick über Best Practices Modelle im Bereich des nachhaltigen Wohnbaus untersucht im ersten Teil rechtliche Instrumente, die dazu beitragen können, dass sowohl im Pri-vatwohnungsbau als auch bei Bauaufgaben der öffentlichen Hand ökologische Standards durchgesetzt werden können. Grundsätzlich wird hier mit Regelwerken und Kriterienkatalogen gearbeitet. Auch wenn die Standards zumeist nicht bindend sind, arbeiten die meisten dieser Modelle mit Restriktionen. Ein Beispiel einer „enabling Legislative“, also einer Legislative, die im Gegenteil etwas erst ermöglicht, ist das Einspeisegesetz, das es in Deutschland und Spanien Privaten ermöglicht, auf vertraglich abgesicherter Basis selbsterzeugten Strom aus alternativen Energiequellen gegen Vergütung in das Netz einzuspeisen.
Eine Novelle der Baugesetzgebung in Toronto ermöglicht es, dass die MieterInnen Kredite der Bauträger zurückzahlen, die im Verhältnis zum Einsparungspotenzial der Wohnungen liegen.
In Bezug auf Finanzierungsmodelle, die ebenfalls in diesem Kapitel angesprochen werden, ist zu erkennen, dass die Potenziale des Energie-Contracting noch nicht ausreichend ausgenützt werden. Die Ursache mag darin liegen, dass nach einer kurzen Boom-Zeit viele Kontraktoren wieder vom Markt verschwunden sind. Dass aber auch The Loading Dock, eine NGO in Maryland mit ProPoor-Ansatz ihre Klientel auf dieses Modell aufmerksam macht, zeigt die Relevanz des Ansatzes auch für einkommensschwache Haushalte.
Die Bauträgerwettbewerbe, ein Beispiel aus Wien mit gesamtstädtischem Fokus, zeigen, wie Mechanismen des Marktes ohne weitere legislative Änderungen zu Verbesserungen im Neubau führen können.
Der Einsatz von lokalen Bautechnologien hat in vielen Ländern im Wirtschaftswandel zu merklichen Stabilisierungen am Baustoffmarkt und damit auch im Bausektor geführt. Die Entwicklung solcher lokaler Methoden benötigt weitreichende Partnerschaften. Erst eine No-vellierung der österreichischen Bauordnung ermöglichte es zum Beispiel in Wien, mit dem schon lange technisch verfügbaren nachwachsenden Rohstoff Holz auch im mehrgeschoßigen Wohnbau zu arbeiten. Der Holzbau, ebenfalls eine lokale Technologie, wird in vielen Ländern nun auch für Häuser bis zu neun Stockwerken verwendet. Die vorgestellten Beispiele umfassen sowohl das Etablieren solcher lokaler Technologien in nationalen Programmen als auch einzelne Pilotansätze. Gezeigt werden soll, dass die Innovation aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen kommen kann.
Bei jeder Diskussion des nachhaltigen Wohnbaus darf man die BewohnerInnen nicht vergessen. Doch ist es durchaus nicht nur so, dass Top-Down – also „von oben bestimmt“ für die BewohnerInnen ressourcenschonend und nachhaltig – gebaut werden muss. Oft benötigt es nur die Aufmerksamkeit der Verwaltungen, Prozesse zu identifizieren, in denen BürgerInnen selbständig, also in Bottom up Prozessen, für eine Verbesserung ihrer Lebenssituation kämpfen. Und viele dieser Ansätze sind durchaus gesamtstädtisch und betreffen nicht nur das unmittelbare Wohnumfeld. Wie innerstädtische Brache für experimentelle Wohnformen genützt werden kann zeigen Beispiele aus Berlin und Malmoe.
Die genannten Projekte sind Best Practices aus der UN-HABITAT Best Practices Datenbank. Weiterführende Informationen über alle Beispiele und Modelle erhalten Sie unter www.bestpractices.at.
Die Studie ist zu bestellen bei
TINA VIENNA Urban Technologies & Strategies GmbH
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