Danube Future Leaders’ Conference

Datum: 08.07.2010
Ort: Petrovaradin, Serbien
TINA VIENNA nimmt teil

Danube Future Leaders' Conference, Petrovaradin, Novisad

 

Von 8. bis 9. Juli 2010 fand in der serbischen Stadt Novisad, auf der Burg von Petrovaradin unter dem Ehrenschutz von Bozidar Djelic (dem stellvertretenden Ministerpräsidenten für Europäische Integration) die „Danube Future Leaders' Conference" statt, bei der jungen Menschen, die im Bereich der Erarbeitung der Donauraumstrategie tätig sind, eine Plattform geboten wurde, um sich mit eigenen Ideen und Projekten einzubringen und den gegenseitigen Austausch und das Knüpfen von Kontakten zu fördern.

In ihren Eröffnungsworten gingen Bozidar Djelic (der stellvertretende Ministerpräsident für Europäische Integration und der nationale Koordinator der Donaustrategie in Serbien) und Bojan Pajtic (der Ministerpräsident der Vojvodina) auf die Bedeutung der EUSDR für Serbien ein, bekräftigten, dass die serbische Regierung Mittel bereitstellen würde, um die Donauraumstrategie zu implementieren und forderten die jungen TeilnehmerInnen, die „Future Leaders" auf, sich im Prozess einzubringen.

Djelic betonte, dass Serbien sich der Tatsache bewusst ist, dass der Donaukorridor bald einer der modernsten in Europa sein wird. Die Donau fließt auf einer Strecke von 588 Kilometer durch Serbien. Djelic erklärte, dass derzeit Vorbereitungen zur Errichtung weiterer Brücken über die Donau getroffen werden. Ohne den Bau von Straßen und Eisenbahnlinien und ohne den Ausbau der Flussschifffahrt könne es keinen Fortschritt geben, betonte er. Aus diesem Grund hat Serbien in großem Stil in die Entwicklung eines Schifffahrtssystems und von Schifffahrtsgebieten entlang der Donau investiert. Djelic wies darauf hin, dass die Donau Möglichkeiten biete, um die nationale Entwicklung voranzutreiben, und fügte hinzu, dass jungen Leuten in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle zukäme.

Der Präsident der Regierung der Autonomen Provinz Vojvodina, Bojan Pajtic, unterstrich, wie natürlich es sei, dass eine internationale Konferenz zu diesem Thema in Novisad, der Hauptstadt einer multikulturellen, multilingualen und multireligiösen Provinz mit mehr als 26 verschiedenen Volksgemeinschaften, stattfindet. Die Donau spiele eine wichtige Rolle und die Vojvodina habe bereits 133 Projekte vorbereitet, die sie gerne umgesetzt sehen möchte, erklärte Pajtic.

Nathalie Verschelde, die Vertreterin der Generaldirektion für Regionalpolitik der Europäischen Kommission, wies darauf hin, dass die Ausarbeitung der Donauraumstrategie zwar im Gange sei, aber dass ein langer Weg zwischen der Entwicklung von Ideen und deren Umsetzung in praktische Lösungen liege. Sie bekräftigte, dass ein Aktionsplan erstellt wurde und fügte hinzu, dass darin die Empfehlung ausgesprochen wird, personelle und finanzielle Ressourcen zu mobilisieren, um das Potential der Donau voll ausschöpfen zu können. Die Donau ist der größte schiffbare Fluss in Europa und somit eine wichtige Entwicklungsressource. Die Donau verfügt über eine eigene Identität, und der Donauraum kann nur durch die enge Zusammenarbeit der Anrainerstaaten weiterentwickelt werden.

Im Entwurf zum Aktionsplan sind vier Säulen („Sustainable Transport and Energy Connectivity", „Environment", „Socio-economic and human development" und „Governance") genannt und im Bereich aller vier Säulen gibt es großen Handlungsbedarf. Im Bereich „Connectivity" ist es etwa Ziel, die Donau mindestens 300 Tage im Jahr schiffbar zu machen, die Flotten zu modernisieren und die Häfen zu multimodalen Knoten zu entwickeln, im Energiebereich gibt es Aufholbedarf im Bereich Energieeffizienz und ein großes Potenzial zur Steigerung des Anteils von erneuerbaren Energien. Im Umweltbereich ist die Biodiversität im Donauraum bedroht, ein Punkt, auf den v. a. NGOs hinweisen und die Bekämpfung von Überschwemmungen erfordert verstärkte Anstrengungen.
Im Bereich der sozioökonomische Entwicklung gibt es große Unterschiede zwischen den Staaten im Donauraum und eine Vielzahl grenzüberschreitender Projektideen. Gerade im Tourismusbereich bietet es sich an, die Donauregion unter einer gemeinsamen Marken zu präsentieren. Gleichzeitig ist die Donauregion auch Heimat vieler Minderheiten. Im Sinne einer "inclusive society" müssen Aktivitäten zur Integration verstärkt werden. Im Bereich Governance und Sicherheit geht es vor allem auch um die Schaffung institutioneller Netzwerke und Themen wie Grenzkontrollen, illegale Migration und Schmuggel.

Im Anschluss an Nathalie Verschelde folgten Impulsstatements aktiver VertreterInnen im Donauraum, die an der Erarbeitung der EUSDR beteiligt sind, z. B. ICPDR, Danube Competence Center, WWF und TINA VIENNA, sowie eine Diskussion mit den TeilnehmerInnen. Als Vertreterin der TINA VIENNA brachte DI Alexandra Vogl, MSc. vor allem die Bedeutung der Rolle der Städte im Donauraum ein. Neben dem Thema der Schifffahrt und dem Upgrading der Häfen ist vor allem auch der Austausch zwischen den Städten im Bereich der urbanen Technologien und Strategien (Wasserversorgung, Entsorgung, urbane Mobilität, Energieversorgung und Energieeffizienz) wichtig. In diesem Bereich sollten verstärkt auch gemeinsame Initiativen gesetzt werden. Als bereits umgesetzte Beispiele dafür nannte sie u.a. das Netzwerk Donauhanse.

Die Konferenz brachte "Future Leaders" aus den Donauraumländern zusammen, um das Verständnis für die künftige EUSDR zu verstärken und das Interesse junger Menschen an der Strategie und den sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten zu wecken - denn die Umsetzung und die Beteiligung an der EUSDR wird auch davon abhängen, wie intensiv sich vor allem auch die jungen Menschen mit einbringen. Serbien hat, unter dem Ehrenschutz von Djelic, hier eine wichtige und interessante Plattform für junge Menschen geboten und es ist zu erwarten, dass die Konferenz auch einen Anstoß für weitere derartige Veranstaltungen bot und so neue Ideen und gemeinsame Projekte nach sich ziehen wird.

Eine dabei entstandene Initiative die zeigt, dass die jungen TeilnehmerInnen der Konferenz auch künftig enger zusammenarbeiten wollen, ist das neu geschaffene Netzwerk „Young Citizens Danube Network".

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