DonauHanse Workshop City Mobility in Odessa
Datum: 25.05.2011
Ort: Odessa
TINA VIENNA Veranstaltung
Im Rahmen der Zusammenarbeit der beiden Städte Wien und Odessa im Städtenetzwerk DonauHanse fand am 25. Mai 2011 ein Workshop zum Thema „City Mobility" in Odessa statt. Ziel des Workshops war es, die Zusammenarbeit der beiden Städte Wien und Odessa im Netzwerk DonauHanse auszubauen und einen Expertenaustausch im Themenfeld der Städtischen Mobilität herzustellen.
Mobilität ist das verbindende Element der Grundbedürfnisse des Menschen - Wohnung, Arbeit und Freizeit und Erholung - und damit auch Basis für die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt, einer Region, eines Landes. Mobilität ist ein gesellschaftliches Grundrecht, dessen verbesserter Zugang der Grundsatz jeder Verkehrspolitik sein muss. Die Entwicklung des Verkehrs ist daher eng mit der gesamten räumlichen und gesellschaftlichen Entwicklung verknüpft. Siedlungspolitik, Raumordnung und Informations- und Kommunikationstechnologien sind bestimmende Faktoren von Mobilität.
Bei der Eröffnung des gemeinsamen Workshop richteten der Bürgermeister der Stadt Odessa Oleksii Kostusiev, der Wiener Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Andreas Mailath-Pokorny sowie der Österreichischen Botschafter Wolf-Dietrich Heim, einleitende Worte an die TeilnehmerInnen des Workshops und wiesen dabei auf die Wichtigkeit des Themas Mobilität in der Stadt und die guten Beziehungen der beiden Städte v.a. im Rahmen von DonauHanse hin. Die weiteren Wiener VertreterInnen beim Workshop waren Gregor Stratil-Sauer (Magistratsabteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung), Martin Sindelar (Wiener Linien), Rainer Müller und Markus Damm (TINA VIENNA).
Im weiteren Verlauf des Workshops präsentierten Vertreter der beiden Städte in vier Panels Lösungen und Strategien zu den unterschiedlichen Bereichen der Städtischen Mobilität:
Städtische Entwicklung und Städtische Verkehrsplanungskonzepte
Die Stadt Wien mit ihrer Lage im Zentrum Europas wurde für ihre hohe Lebensqualität ausgezeichnet (Mercer Studie), dazu leistet auch der steigende Anteil des ÖV am Gesamtverkehr einen großen Beitrag. Der Wiener Masterplan Verkehr 2003 gibt dabei die Maßnahmen vor um die Verkehrsplanung in der Stadt zu steuern. Eine wichtige Maßnahme die dabei in Wien umgesetzt wurde ist das Parkraumbewirtschaftungskonzept der Stadt Wien, welches Parkgebühren in unterschiedlichen Bezirken vorsieht.
Um die Verkehrssituation in Odessa zu verbessern wird derzeit im Rahmen eines Projektes gemeinsam mit der Universität von Gent ein Verkehrsmodell für die Innenstadt von Odessa entwickelt. Der Titel dieses Projektes, welches von Februar 2010 bis Dezember 2011 durchgeführt wird, ist „Capacity building and tools for Urban Mobility Planning for Odessa City". Ziel ist es zum einen das Know-how der Beamten der Stadt im Bereich der Verkehrsplanung zu verbessern und zum anderen ein Software-Tool zur Erstellung von Verkehrsmodellen zu entwickeln.
Strategien und deren Umsetzung im Öffentlichen Verkehr
Aufgrund der knappen finanziellen Ressourcen ist es derzeit für die Stadt Odessa nur sehr schwer möglich in neue Verkehrslösungen im ÖV Bereich zu investieren. Geschichtlich gesehen ist Odessa eine sehr junge Stadt und damit auch im Hinblick auf ihr Verkehrssystem. Dennoch war Odessa eine der ersten russischen Städte die über eine Tram Linie verfügten (1910). Ein wichtiger Punkt an dem in Zukunft im ÖV in Odessa gearbeitet werden muss ist das Tarifsystem sowie die generelle ÖV Organisation. Derzeit verfügt das ÖV Netz der Stadt über ca. 800 Haltestellen.
Im Vergleich dazu verfügt das Netz der Wiener Linien über ca. 4.300 Haltestellen und befördert jährlich ca. 839 Mio. Passagiere. Die erste elektrifizierte Wiener Tram Linie wurde im Jahr 1897 in Betrieb genommen. Das Wiener ÖV-Netz besteht aus 5 U-Bahnlinien, 28 Tram Linien und 85 Buslinien. Das Ziel der Wiener Verkehrsplanung, festgelegt im Masterplan Verkehr 2003 ist, bis 2020 eine Steigerung des Anteils des ÖV auf 40%, des Radverkehrs auf 35%, sowie die Reduktion des MIV auf 25%, gegenüber den Zahlen aus 2003 zu erreichen.
Radverkehrsstrategien und deren Umsetzung
Die Situation für Radfahrer in Odessa ist derzeit sehr schlecht. Um diese zu verbessern wurden unterschiedliche Formen und Ausprägungen von Radwegen aus der Stadt Gent präsentiert, um zu zeigen, welche Optionen auch in Zukunft in Odessa möglich sind. Von diesen Beispielen ausgehend wurde eine Vision für Radfahren in Odessa abgeleitet und der Prozess dargestellt wie die Stadt die gestellten Ziele erreichen kann. Generell ist es aufgrund des Verkehrsverhaltens in der Ukraine sehr schwierig den Radverkehr zu fördern. Ein erster Schritt diesen zu verbessern könnte die Einführung von Radwegen sein. Das größte Problem dabei wird in den Lücken in der ukrainischen Gesetzgebung gesehen.
Ein Ziel der Stadt Wien in der Radverkehrsplanung ist es bis 2015 den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr auf 15% zu steigern. Nachdem eine Übersicht über das Wiener Radwegenetz mit seinen unterschiedlichen Formen an Radwegen gegeben und Maßnahmen zur Steigerung des Radverkehrsanteil wie beispielsweise das City Bike präsentiert wurden, wurde noch auf die Wichtigkeit von adäquaten Abstellplätzen für Fahrräder in der Stadt hingewiesen.
Öffentlicher Raum als Bewegungsraum der Fußgänger
Der öffentliche Raum als Bewegungsraum für Fußgänger war das Thema des letzten Panels des Workshops. Dabei wurden von den beiden Städten Odessa und Wien unterschiedliche Beispiele für Gestaltungsmöglichkeiten und Strategien von öffentlichem Raum, sowie das Wiener Freiraumkonzept und Beispiele für die Gestaltung von Parkanlagen in Wien präsentiert.
Weitere Informationen über das Netzwerk DonauHanse und den Workshop in Odessa sind auf der Website der DonauHanse unter www.donauhanse.net zu finden.
Kontakt
DI Markus Damm
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