SET-Plan Initiative SMART CITIES – Veranstaltung des AIT
Datum: 07.09.2010
Ort: Wien
TINA VIENNA nimmt teil
Am 7. September 2010 fand im AIT Energy Department im TECHbase Vienna die Veranstaltung „SET-Plan Initiative SMART CITIES" statt. Der Workshop wurde vom AIT (Austrian Institute of Technology) gemeinsam mit dem BMVIT veranstaltet und diente als Diskussionsplattform für die österreichische Sicht zum Themenfeld „Smart Cities" des Strategischen Energie-Technologie-Plans (SET-Plan) der EU. Das SET-Programm leistet einen Beitrag zum Erreichen der Energie- und Klimaziele, die bis 2020 und darüber hinaus festgelegt wurden. Der derzeitige Trend bei der Primärenergieversorgung in der EU, die noch zu 80% auf fossilen Brennstoffen basiert, soll umgekehrt werden. TINA VIENNA wurde bei der Veranstaltung von DI (FH) Volker Schaffler vertreten.
Da der Großteil der Menschen in Städten wohnt, arbeitet und Energie verbraucht ist die „Smart Cities" Initiative des SET-Plans der EU eines der großen strategischen Themenfelder der europäischen Energieforschung. Österreich kann in vielen Teilbereichen dieser Initiative eine große Rolle spielen, da sehr viel Know-how bei Passiv- oder Aktivhäusern, thermischer Sanierung und bei der erneuerbaren Energieerzeugung vorhanden ist und sich hier wesentliche Kooperationen und Projekte ergeben können.
Mit Hilfe des SET-Plans wird die europäische Energieforschung in mehrere große Themenfelder zusammengefasst, um den Ausbau und die Verbreitung kostengünstiger kohlenstoffemissionsarmer Technologien voranzutreiben. Die Entwicklung umweltfreundlicher Energietechnologien und die Durchführung konkreter Maßnahmen mit dem Ziel einer Industrie mit geringeren CO2-Emissionen, sollen durch verschiedene Initiativen erreicht werden:
- Windkraftinitiative: Mit Versuchsanlagen und Demonstrationsprojekten sollen bis 2030 bis zu 33% des Stromverbrauchs aus Windkraft gedeckt und mehr als 250.000 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Kosten werden auf 6 Milliarden EUR veranschlagt.
- Solarenergie: Hiermit soll erreicht werden, dass bis zum Jahr 2020 15% des in der EU verbrauchten Stroms aus Sonnenenergie erzeugt wird und 200.000 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Investitionskosten werden auf 16 Milliarden EUR veranschlagt.
- Stromnetze: Ziel ist, bis 2020 50% der Stromnetze an Anlagen anzuschließen, die Energie aus erneuerbaren Quellen liefern. Für die Finanzierung dieser Stromnetze sind 2 Milliarden EUR veranschlagt.
- Nachhaltige Bioenergie: Bioenergien sollen mit 14% zum Energiemix beitragen, denn damit könnten auch mehr als 200.000 lokale Arbeitsplätze geschaffen werden. Für die Durchführung dieser Projekte werden 9 Milliarden EUR veranschlagt.
- CO2-Abscheidung, -Verbringung und -Speicherung: Hier wird die Forschung massiv unterstützt damit Europa das Ziel einer CO2-armen Stromerzeugung erreicht. Die Investitionen würden sich auf 13 Milliarden EUR belaufen.
- Zukunftsfähige Kernspaltung: Bis 2040 muss eine neue Reaktorgeneration (Generation IV) gebaut werden, um radioaktive Abfälle zu reduzieren und die Risiken der Verbreitung zu minimieren. Die Investitionen werden auf 7 Milliarden EUR veranschlagt.
- Brennstoffzellen und Wasserstoff: Für diesen Bereich gibt es bereits eine eigene gemeinsame Technologieinitiative (JTI) von 2008 bis 2013, die mit 470 Millionen EUR ausgestattet ist. Es sollen aber noch weitere Projekte in größerem Maßstab durchgeführt werden.
- Energieeffizienz: Mit Investitionen in Höhe von 11 Milliarden EUR bis 2020 soll diese Initiative dazu beitragen, dass Städte zu Vorreitern für die Verbreitung von energieeffizienten Technologien werden. Dazu sollen intelligente Netze, eine neue Generation von Gebäuden und kohlenstoffemissionsarme Verkehrssysteme entwickelt werden. Ziel dieser Initiative ist, das Energiesystem zu verändern.
- Zentren der Forschung und Wissenschaft: Das Europäische Energieforschungsbündnis (EERA) soll die Zusammenarbeit zwischen nationalen Forschungseinrichtungen im Rahmen gemeinsamer Programme stärken.
- Internationale Zusammenarbeit auf der Ebene der G20 oder bilateraler Kooperationsmaßnahmen wie das EU-China-Projekt für ein weitgehend emissionsfreies Kohlekraftwerk (NZEC).