Symposium „Stadtplanung: Intervention in bestehenden Strukturen“
Datum: 10.12.2009
Ort: Nicosia, Zypern
TINA VIENNA nimmt teil
Aufbauend auf dem im Jahr 2007 erfolgten fachlichen Austausch der Städte Nicosia und Wien fand von 10. bis 12. Dezember 2009 ein Symposium zum Thema „Stadtplanung: Intervention in bestehenden Strukturen“ in der zypriotischen Hauptstadt statt.
Die Veranstaltung wurde von TINA VIENNA und Bohmann Events organisiert, von Wiener Seite nahmen Gemeinderat Dr. Troch, Planungsdirektor DI Dr. Puchinger, Hr. DI Petuelli (MA19, Architektur und Stadtgestaltung), Fr. Dr. Ambros und Hr. Lichtner von Bohmann und Fr. DI Vogl, MSc (TINA VIENNA) teil.
Bei diesem erneuten Besuch einer Wiener Delegation auf Zypern wurde u.a. mit Frau Eleni Mavrou, Bürgermeisterin der Stadt Nicosia, über konkrete Fragestellungen im Bereich der Stadtplanung, Architektur, des Öffentlichen Raums und des Verkehrsmanagements gesprochen. Dem informellen Austausch beim Empfang in der Residenz des österreichischen Botschafters Mag. Weiss folgte ein fachlicher Austausch in Form eines Symposiums und die Besichtigung einiger Stadterneuerungsprojekte.
Moderiert wurde die ExpertInnenrunde und Fachdiskussion von DI Alexandra Vogl MSc.. Frau Agni Petridou, Leiterin der Planungsabteilung von Nicosia ging auf die Problematik des Umgangs mit der geteilten Stadt Nicosia und Projekten in der sogenannten „Pufferzone“ ein, stellte den Masterplan der Stadt, der in den 1980er Jahren mit Unterstützung der UN von griechischen und türkischen PlanerInnen gemeinsam entwickelt wurde, sowie einige zugehörige Projekte vor, die sich darauf aufbauend im historischen Zentrum (UNESCO Weltkulturerbe) in beiden Teilen der Stadt entwickelt haben (Fußgängerzonen, Denkmalschutz etc.).
Dr. Kurt Puchinger, Planungsdirektor der Stadt Wien, erläuterte die regionalen Kooperationen der Stadt anhand der Beispiele Centrope und Twin Cities. Weiters ging er auf den Masterplan Verkehr und den Wiener Stadtentwicklungsplan mit den 13 definierten Zielgebieten ein und erklärte die Intervention in bestehenden Stadtstrukturen in Wien an den Beispielen UNESCO Weltkulturerbe, Westgürtelentwicklungen und Bahnhofsentwicklungen. Als Beispiele für Stadterweiterungsprojekte in Kombination mit leistungsfähigem ÖPNV-Angebot stellte er Aspern, die Seestadt Wiens, Siemens City, Messe Wien (Entwicklung entlang der U2) sowie Waterfront Developement vor.
Innerstädtische Entwicklungen, moderne Architektur und Denkmalschutz, erläutert durch die Beispiele Museumsquartier, Dachausbauten in der Innenstadt, Gasometer, Wohnbau in Wien sowie die Unterstützung junger ArchitektInnen – Ausstellung YoVA (Young Viennese Architects) – waren die Themen der Präsentation von GR Dr. Harald Troch.
DI Erich Petuelli, Dezernatsleiter für Öffentlichen Raum der Magistratsabteilung 19, präsentierte den zypriotischen VertreterInnen einige Wiener Projekte im Bereich der Stadterneue-rung und des öffentlichen Raums, wie beispielsweise Graben und Kärnter Straße im 1. Wiener Bezirk sowie das City Bike Konzept. DI Bernhard Engleder, Leiter der Magistratsabteilung 28 (Straßenverwaltung und Straßenbau) stellte ITS Vienna Region sowie Beispiele zur Förderung von Radverkehr, ÖPNV und FußgängerInnen vor.
Im Anschluss an Präsentationen und Diskussionsrunden wurden einige Projekte der Stadt Nicosia vor Ort besichtigt. Beispielsweise die Sanierung eines Teils des historischen Kerns von Pallouriotissa. Das Projekt umfasst die Sanierung eines großen und bedeutenden Teils des historischen Kerns von Pallouriotissa, das im lokalen Stadtentwicklungsplan für den südlichen Teil von Nicosia als „Gebiet mit besonderem Charakter“ festgelegt wurde, mit dem Ziel die Lebensqualität der Bewohner zu erhöhen.
Weiters wurden das soziale und kulturelle Zentrum der Stadt, der alte Markt von Pallouriotissa, ein typisches Beispiel der Architektur der 1950er Jahre, der vollständig restauriert wurde, und nun seine alte Rolle als wichtiges gesellschaftliches Zentrum der Gemeinde und des Großraums Nicosia wieder beansprucht und das Kulturzentrum von Kaimakli, “Die Mühlen”, besichtigt, wo ein interessanter Komplex mit modernen Ausstellungsräumen, Galerien, Vortragsräumen und einer Bibliothek geschaffen wurde.
Nicosia zeigt sich sehr interessiert an den vorgestellten Wiener Projekten, speziell an PPP Projekten (vorgestellt wurde bspw. das Konzept zur Entwicklung von Spezialimmobilien an den Beispielen Campus Vienna Biocenter und Media Quarter Marx) und auch an der Wiener Immigrationspolitik und Projekten in diesem Bereich.
Eine Fortsetzung des Austauschs ist für beide Städte von großem Interesse und es wurde vereinbart, auch im Rahmen von europäischen Projekten künftig stärker zu kooperieren.