UN-HABITAT-Tag: Verstädterung und Klimaschutz
Datum: 03.10.2011
Ort: Wien, Mexiko

Jeweils am ersten Montag im Oktober findet der World HABITAT Tag (Tag der Städte) statt. An diesem Tag wollen die Vereinten Nationen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die ansteigende Verstädterung der Welt richten. Heuer fiel der Tag der Städte auf den 3. Oktober. Das Generalthema, das heuer diskutiert wurde stand ganz im Zeichen des Klimaschutzes. Dabei geht es um den Einfluss von Städten auf das weltweite Klima und umgekehrt. Strategien sollen aufgezeigt werden, wie Städte auf Entwicklungen in diesem Bereich reagieren können. Der offizielle World HABITAT Tag wurde dieses Jahr auf Einladung Mexikos in Aguascalientes begangen. Dort wurde auch eine Ausstellung zu Best Practices, u.a. auch Ökokauf Wien, präsentiert.
"In diesem Jahr richten wir unser Augenmerk auf den Einfluss, den Städte auf das weltweite Klima ausüben und, umgekehrt, auf den Einfluss, den die Klimaveränderung bereits jetzt auf die Städte hat. Wir wollen zeigen, wie Städte auf den Klimawandel reagieren können," so Joan Clos, Generaldirektor von UN-HABITAT. "Seit Mitte 2011 rechnen wir mit 7 Milliarden Menschen, die auf der Welt leben. Mehr als die Hälfte von ihnen lebt in Städten. Wir müssen davon ausgehen, dass es innerhalb von nur einer Generation über zwei Drittel sein werden. Wie mit dieser Verstädterung umgegangen wird, ist eine der größten Herausforderungen, die sich in Bezug auf die Klimapolitik stellt. Wir müssen anerkennen, dass die größten Auswirkungen von Klimaereignissen in Städten ihren Ausgangs- und Endpunkt haben."
Der offizielle World HABITAT Tag wurde dieses Jahr auf Einladung Mexikos in Aguascalientes begangen. Wie Heriberto Félix Guerra, Minister für Soziales in Mexiko in einer Pressekonferenz mitteilte, leben schon heute mehr als die Hälfte der 110 Millionen Mexikaner in Städten. Ein Drittel der Stadtbewohner lebt in informellen Siedlungen. Dennoch generieren Mexikos Städte schon heute 70 Prozent des gesamten Kohlendioxidausstoßes des Landes. Dem Bedarf an 20 Millionen Wohnungen ist nur durch einen generellen neuen Planungsansatz und durch ein neues Bild städtischer Entwicklung zu begegnen.
Im Rahmen der Ausstellung "Mejores Prácticas Urbanas: 25 Historias de Éxito" wurden anlässlich des World HABITAT Tages in Aguascalientes weltweite Best Practices, die im Rahmen des Dubai Awards bereits ausgezeichnet wurden, darunter auch Ökokauf Wien, aus folgenden Ländern vorgestellt: 10 Beispiele aus Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Kuba, Mexiko, Peru und San Salvador aus der Region Lateinamerika und Karibik, ergänzt von Beispielen aus Deutschland, Österreich, Spanien und anderen europäischen Staaten. Die Ausstellung wurde in englisch, spanisch und portugiesisch präsentiert. Sie wird vom UN-HABITAT Regionalbüro für Lateinamerika und Karibik durchgeführt und wurde von den Partnern und der Fundacion HABITAT Colombia zusammengestellt.
Best Practices Hub - Wien
Die Stadt Wien arbeitet mit UN-HABITAT bereits seit 1996 in einer Kooperation, die das Monitoring der städtischen Lebensbedingungen zum Ziel hat. Um die Eingreifmöglichkeiten städtischer Politik zu erhöhen, hat UN-HABITAT das Best Practices and Local Leadership Programm ins Leben gerufen. Das Best Practices Hub - Wien, das bei TINA VIENNA, einem Unternehmen der Wien Holding integriert ist, ist darin eines der regionalen Zentren, die Programme erheben, auswerten, und auf ihr Transferpotenzial für andere Städte untersuchen. Auch die Programme der Stadt Wien werden dieser internationalen Evaluation unterzogen. Auf dieser Basis wurde das Wiener Projekt ÖkoKauf im April 2011 mit dem Best Practices Award von UN-HABITAT ausgezeichnet. Im Rahmen einer Ausstellung wird ÖkoKauf Wien auch in Mexiko während des World HABITAT Tages vorgestellt.
Smart City Wien
Bereits 1991 trat die Stadt Wien dem österreichischen Klimabündnis, dessen Ziel eine nachhaltige Reduktion von Emissionen an Treibhausgasen - vor allem Kohlendioxid - ist, bei. Seitdem ist es ein erklärtes Ziel der Wiener Stadtpolitik in Bezug auf den Klimaschutz eine Vorreiterrolle einzunehmen. Es gibt bereits eine Vielzahl an Wiener Lösungen in diesem Bereich, wie beispielsweise das Klimaschutzprogramm KLIP, das Städtische-Energieeffizienz-Programm SEP, das Ausbauprogramm für den leistungsfähigen öffentlichen Verkehr oder den Wiener Stadtentwicklungsplan STEP, der den Rahmen für eine zukunftsorientierte räumliche Gesamtentwicklung Wiens bildet.
Die Herausforderungen der globalen Energie- und Klimasituation erfordern auch für Wien, sich permanent mit der Erforschung von Technologien und Systemen zur Bewältigung der brennenden Zukunftsfragen zu beschäftigen. Um eine führende Rolle in der europäischen Forschung und Technologieentwicklung einzunehmen, beteiligt sich Wien gemeinsam mit einigen anderen Vorreiter-Städten derzeit an Ausschreibungen zum "Strategic Energy Technology Plan" (SET-Plan) der Europäischen Union, im Rahmen dessen bis 2020 11 Mrd. EUR Projektvolumen im Bereich "Smart Cities" in Vorzeigestädten in Europa ausgelöst werden sollen. Der österreichische Klima- und Energiefonds unterstützt österreichische Städte bei der Vorbereitung zur Teilnahme an diesem EU-Förderprogramm. Wien arbeitet daran, smarte Energieversorgungssysteme zu konzipieren und tatsächlich zu implementieren.
Der Wiener Smart Cities Ansatz beinhaltet einen breit gestreuten Stakeholder Prozess, der die relevanten Akteure bei der Technologieentwicklung miteinander vernetzen soll. VertreterInnen aus Stadtverwaltung, Energieversorgung, Industrie und Finanzwirtschaft, Wissenschaft und Forschung sowie Interessensvertretungen wurden eingeladen, sich im Rahmen von drei Stakeholderforen aktiv einzubringen.
Mit der Entwicklung einer Vision für die längerfristige Zukunft Wiens, einer Roadmap für die energieeffiziente und klimaschonende Entwicklung der Stadt bis 2020 und eines entsprechenden Action Plans für die nächsten 3-5 Jahre wird damit im Rahmen von smart city Wien die Chance ergriffen, der Stadtpolitik und -administration fundierte Grundlagen für Zukunftsentscheidungen aufzubereiten und das Gerüst für tiefer gehende Forschungen im Rahmen der Industrieinitiativen des SET-Plans der EU zu schaffen.
DIA Best Practices Award von UN-HABITAT
Im Rahmen des HABITAT Tages wurde auch offiziell zur Einreichung von städtischen Programmen zum DIA Best Practices Award von UN-HABITAT 2012 aufgerufen. Zum 9. Mal wird im März 2012 der DIA Award for Best Practices von UN-HABITAT vergeben. Er ist der älteste Preis für innovative städtische Programme, wurde 1996 ins Leben gerufen und wird seitdem von Dubai gesponsert. Alle zwei Jahre wird er an zehn herausragende städtische Programme vergeben.
Als Partner des Best Practices Programm von UN-HABITAT unterstützt das Best Practices Hub - Wien die Durchführung des DIA, indem es die notwendige Expertise für die Evaluierung auf dem Gebiet der städtischen Umwelttechnologien und regional für Best Practices Einreichungen aus Mittel- und Osteuropa zur Verfügung stellt. Den EinreicherInnen bietet das Best Practices Hub - Wien fachliche Unterstützung.
Weiterführende Informationen zum Best Practices Hub der Stadt Wien, dem DIA Award und zum Projekt smart city Wien:
TINA VIENNA Urban Technologies & Strategies GmbH www.tinavienna.at
Best Practices Hub - Wien www.bestpractices.at
UN HABITAT, Global Report on Human Setllements www.unhabitat.org/content.asp?cid=9599&catid=669&typeid=46&AllContent=1
Kontakt
Best Practices Hub Wien
Ariane Müller
office@bestpractices.at
www.bestpractices.at
TINA VIENNA
Mag.(FH) Birgit Ginzler
Tel. +43 1 4000 84270
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birgit.ginzler@tinavienna.at