Wie lässt sich mit Best Practices im städtischen Bereich arbeiten
Die Arbeit mit Best Practices und Benchmarking, die Untersuchung von optimierten Verfahrensabläufen, gilt in der Produktentwicklung als unentbehrlicher erster Schritt.
Auch bei städtischen Programmen gibt es dieses Konzept. UN-HABITAT, die Weltsiedlungsorganisation arbeitet seit über zehn Jahren an der Evaluierung von städtischen Programmen und zeichnet Best Practices aus. Diese Auszeichnung ist jedoch nur ein Teilaspekt der Arbeit mit Best Practices. Der weitaus größere Aspekt liegt in der Vermittlung des Wissens, das bei der Programmdurchführung gesammelt wird. Dieses Wissen ist nicht nur die Programmidee selbst, sondern auch das Wissen um interne Abläufe, Partizipationsmodelle, Integration technischer Neuerungen, die Nachhaltigkeit des Programms und um viele andere Komponenten.
Eine Untersuchung in 170 deutschen lokalen Verwaltungen hat gezeigt, dass bereits vierzig Prozent der Befragten mit Best Practices arbeiten, das heisst sich die Erfahrungen anderer Kommunen bei ihrer eigenen Programmentwicklung ansehen. Zwar hat jede städtische Wirklichkeit ihre spezifischen lokalen Gegebenheiten und kein Best Practice wird sich ohne weiteres transferieren lassen, jedes vermittelt aber allgemeingültige Erfahrungen. Die Finanzierung neuer Programme, die Art, wie Prioritäten gesetzt wurden, wie die Kommunikation des Programms funktioniert und wie der notwendige Konsens der Beteiligten erreicht wurde, die internen Aufgabenverteilungen, die Integration von gesellschaftlichen Zielsetzungen in technische Programme – alle diese Aufgaben stellen sich Kommunen in der selben Weise.
Das Best Practices Konzept wird seit 1996 von UN-HABITAT, der Weltsiedlungsorganisation, verwendet, um das in durchgeführten Programmen gesammelte Wissen Kommunen zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich beim Best Practices Programm um ein peer-to-peer Network, das heisst, mit Hilfe von Vermittlungszentren sollen die Kommunen direkt voneinander lernen. Das Konzept geht davon aus, dass die Programmentwickler den besten Einblick in die Schwierigkeiten bei der Durchführung, aber auch in die Erfolgsfaktoren haben, die diese Programme erfolgreich gemacht haben. Die Best Practice Zentren sammeln diese Erfahrungen und arbeiten sie auf.
Die Stadt Wien hat seit 1999 in der Stadt ein solches Best Practice Zentrum eingerichtet. Es ermöglicht den Abteilungen der Stadt den moderierten Zugriff auf das Wissen, das seit 15 Jahren von den verschiedenen weltweiten Partnern von UN-HABITAT gesammelt und evaluiert wurde. Eine weitere Aufgabe des Wiener Zentrums ist es, die Expertise auch über die Stadt Wien hinaus verfügbar zu machen. Deshalb ist das Best Practices Hub - Wien nun in TINA VIENNA integriert worden, um die notwendige Kapazität im inhaltlichen, wie im organisatorischen Bereich zu haben, um Best Practices Analysen anbieten zu können.
Diese Best Practices Studien greifen auf den gesamten von der UN gesammelten Datenpool städtischer Innovation zu. Das Best Practices Hub - Wien arbeitet in einem Netzwerk von ähnlichen Partnerinstitutionen, die regionale und thematische Schwerpunkte haben. Die Datensammlungen können dadurch regional und thematisch vertieft werden, die Partnerorganisationen übernehmen dabei die kontextspezifische Analyse. Best Practices sind weitaus mehr als innovative Ideen. Sie sind gesammelte und strukturierte Erfahrung aus Programmen, die erfolgreich umgesetzt wurden.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Best Practices Hub - Wien bzw. zur Veranstaltung zum Habitat Tag 2009.